1A-Manager in der Klasse M8b - Bayernpreis für Mittelschüler

 

Die 18 Schützlinge von Klassleiter Georg Leidel bewiesen so viel unternehmerisches Geschick, dass sie 40 andere bayerische Klassen übertrumpften und beim Wirtschaftsplanspiel „Beachmanager“ siegten.

 

von Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Wer eine Firma gründen will, hat einiges zu tun und zu beachten. Und so gingen die Mittelschüler zunächst ins Rathaus, um sich zu informieren, welche Genehmigungen erforderlich sind. Sie schickten Anträge an die Landratsämter Rosenheim und Traunstein, die Schlösser- und Seenverwaltung sowie die Gemeinde. Beim Bernauer Bootsverleiher Thomas Pfliegl holten sie sich praktische Tipps, ließen Pläne für den Umbau bestehender Umkleidekabinen von Architekt Georg Bauer aus Bernau zeichnen und sich von Steuerberater Ferdinand Thalhammer aufklären und beraten. Die Marketingabteilung der Priener Tourismus GmbH unterstützte die 18 „Beachmanager“ bei der Gestaltung von Plakaten, die bei der Firma Rieder-Druck dann Wirklichkeit wurden. Angebote für die Vermietung von Surfbrettern, Neoprenanzügen und anderen Utensilien holten die Schüler ebenfalls ein, nachdem sie mit Peter Fitzner, stellvertretendem Geschäftsführer der Volksbank Raiffeisenbank Prien, den Geldbedarf ausgearbeitet hatten. „Diese Zusammenarbeit mit externen Fachleuten brachte der Klasse viele Bonuspunkte ein“, verriet Ingmar Sienerth vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Das BBW organisiert und trägt den Wettbewerb seit 2006, nun soll er vom Freistaat auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

So „haarscharf an der Realität“ war das Spiel, wie es Rektor Hans-Joachim Reuter bei der Preisverleihung formulierte, dass ganz am Ende tatsächlich die Behörden zurückschrieben – und ablehnten: aus Naturschutz- und anderen Gründen, wie im "richtigen" Leben.

in der Gemeinde

in der Druckerei

Dem virtuellen Erfolg der Schülerfirma tat dies indes keinen Abbruch. Über fünf Spielphasen bzw. gedachte Betriebsjahre bewiesen sie so viel unternehmerisches Geschick – unter anderem bei der Preisgestaltung ihres Angebots und der Wahl der (gedachten) Mitarbeiter – dass die Priener M8b nach der Zwischenrunde des Planspiels den Klassenpreis „come to company“ einheimste – „mit großem Vorsprung“ – wie Projektleiter Ingmar Sienerth berichtete.

Eine Einladung für alle 18 Schüler in München, 150 Euro für die Klassenkasse, eine Urkunde und einen Pokal gibt es als Belohnung für die Leistung. Beim Finale kann ein Dutzend Priener Schülerinnen und Schüler dann gleich zwei Trios aus ihrer Klasse anfeuern. Denn Klaus Gelder, Kristian Sunde und Xaver Pfliegl als „Dauerwelle Chiemsee“ sowie Josef Weingartner, Michael Weingartner und Markus Auer als „Chiemseewelle“ schafften es mit ihren Spielteams in die Entscheidung der besten 30 von 700 Haupt- und Mittelschülern aus dem Freistaat. In der Klassenwertung verwies die Priener M8b Konkurrenz aus Gundelfingen und Waldsassen auf die Plätze.

Für Klassleiter Georg Leidel bezog das Planspiel vor allem aus seinem fächerübergreifenden Arbeiten über einen längeren Zeitraum seinen Reiz. Dass der „Beachmanager“ angesichts des Fachkräftemangels in manchen Branchen beim Übergang von Schule ins Berufsleben entscheidende Hilfe leistet, davon ist Florian Benz, Vertreter der Hauptsponsoren „bayme“ (Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro) und „vbm“ (Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie) überzeugt. Und dass die Priener Mittelschule dank vielschichtiger praxisbezogener Aktivitäten mit einer Vermittlungsquote von über 90 Prozent ohnehin ein erfolgreiches Sprungbrett für ihre Schützlinge ist, darauf verwies Rektor Reuter nicht ohne Stolz.