„Flucht und Asyl“ im Mittelpunkt

Oberbayernweit wurde am vorletzten Schultag vor den Osterferien erstmals ein „Tag der Mittelschulen“ ausgerichtet – so auch in Prien. Hierzu fanden auf Kreisebene mehrere Planungstreffen mit den Schülersprechern der Rosenheimer Stadtschulen und der Landkreisschulen statt. Das diesjährige Motto hieß „Mittelschulen öffnen ihre Türen“.

Jede Schule war nun aufgerufen, dieses Motto mit Inhalt zu füllen. Unsere Schülersprecher Louisa Heuken, Matthias von Sluytermann-Böninger und Barbara Mitterer, entschieden sich dafür, die Pforten der Mittelschule Prien für das Thema „Flucht und Asyl“ zu öffnen.

Hierzu knüpften sie Kontakte zur Priener Sozialreferentin Eva Munkler und den Ehrenamtlichen des Helferkreises Prien sowie Tanja Bernhardt, Leiterin einer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Daraus entspann sich eine äußerst produktive und effektive Zusammenarbeit. Nach langer Planung hielten die Schülersprecher, unter Mithilfe von Vertrauenslehrerin Hannah Spöck und Sozialpädagogin Sandra Rehak, ein gelungenes Konzept in Händen, welches erfolgreich durchgeführt wurde.

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Jürgen Seifert, einer Ansprache von Rektor H.-J. Reuter sowie einer kurzen Einführung durch die Schülersprecher, konnte der Startschuss für den Mittelschultag gegeben werden.

Seifert war sehr angetan, dass sich eine ganze Schule einen Tag lang mit diesem gerade für Prien sehr wichtigen Thema auseinandersetzt. Denn nur so könnten viele Ängste abgebaut werden.


Anschließend setzte sich jede Klasse mit einem selbst gewählten Schwerpunkt zum Thema „Flucht und Asyl“ auseinander: Wie verläuft ein Asylverfahren? Was ist die Genfer Flüchtlingskonvention? Wie können wir als Schule gegen rechtes Gedankengut vorgehen? Woher kommen die Asylsuchenden? Wie können wir Schüler und Schülerinnen anderer Kulturen in unserer Schule willkommen heißen?

Die zu Papier gebrachten Ergebnisse wurden anschließend an einer langen Plakatwand gesammelt. Auf diese Weise kam eine ausdruckstarke und interessante Infomeile zusammen, die in den nächsten Wochen von allen Klassen für den Unterricht genutzt werden kann. Natürlich können auch Eltern die in der Aula aufgestellte Ausstellung besuchen und durchlesen.

Im zweiten Teil des Projektes besuchten mehrere Mitarbeiter des Helferkreises und Tanja Bernhardt mit einer Mitarbeiterin einzelne Klassen und erzählten von ihrer täglichen Arbeit, ihren Motiven und den täglichen Herausforderungen. Sie schilderten sehr eindrucksvoll die Probleme, vor denen sie immer wieder stehen, aber auch die schöne Seite ihrer Tätigkeit. Es ergaben sich fruchtbare Gespräche und Diskussionen innerhalb der Klassen.

Die Resonanz war so positiv, dass manche Klassen bereits Nachfolgetermine mit einzelnen Referenten oder auch den Besuch in der Wohngruppe vereinbart haben, da natürlich die Zeit an diesem Vormittag viel zu knapp bemessen war.

„Insgesamt kann man sagen, dass dieses Projekt es geschafft hat, den Wissensstand und Horizont aller Beteiligten zu erweitern und zu bereichern“, waren sich die Organisatoren und die Schulleitung an der Franziska-Hager-Mittelschule einig. Sie hoffen, dass dies erst der Anfangspunkt für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Schule und Flüchtlingshilfe in Prien war. gle