20 Jahre bayrisch-ungarischen Schüleraustausch gefeiert

Der diesjährige Schüleraustausch mit der Partnerschule in Tiszavasvari war wieder einmal ein großartiges Erlebnis mit vielen Eindrücken.

 

Am 02. Mai. war es soweit: Bereits zum zehnten Mal machten sich 20 Schüler der Franziska-Hager-Mittelschule Prien zusammen mit ihrem Schulleiter Hans-Joachim Reuter und den Lehrkräften Gabriele Reitzenstein und Georg Leidel auf den Weg nach Ungarn, um dort die Partnerschule in Tiszavasvári zu besuchen. Gegen 19 Uhr und voller Aufregung erreichten die SchülerInnen und Lehrkräfte den Ort, wo sie von Direktor Laszlo Nagy kurz begrüßt und dann von ihren Gastfamilien in Empfang genommen wurden.


Am Dienstagmorgen ging es bei angenehmem Wetter mit dem Bus nach Hortobágy, einem kleinen Ort in der Pusta. Dort wurde bei einer Kutschenfahrt durch den Nationalpark an vielen interessanten Stationen Halt gemacht, wo alle Beteiligten die ungarischen Schafe mit ihren Hörnern, eine typische Rinderrasse der Pusta, Wasserbüffel, eine ungarische Reitervorführung und Menschen in traditioneller Kleidung hautnah erleben konnten.

Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis hatten die SchülerInnen ein wenig Zeit, auf dem naheliegenden Markt einige Souvenirs einzukaufen.

Erschöpft ging es dann zurück zur Schule, wo die Gasteltern die Kinder schon erwarteten. Bereits während dieser kurzen gemeinsamen Zeit in Ungarn konnte man beobachten, wie erste Freundschaften zwischen den SchülerInnen beider Nationen geschlossen wurden.

Am Mittwoch trafen sich alle Schüler in der Schule um dort einen kleinen Wettbewerb auszutragen und sich noch besser kennenzulernen. Währenddessen fuhren die Priener Lehrkräfte und die ungarische Schulleitung gemeinsam in die Kreisstadt nach Nyíregyháza, um dort anlässlich des 20-jährigen Jubiläums den Regierungsvertreter Dr. Vinnai Gyözö zu treffen. Dieser nahm sich spontan viel Zeit, um die Gruppe durch seine Stadt zu führen und zum Mittagessen zu begleiten.

Am Nachmittag stand dann die Besichtigung der größten europäischen Lego-Fabrik auf dem Programm. Bei der gut 2-stündigen Führung konnte man die Herstellung und Verpackung der verschiedensten Lego-Produkte beobachten. Im Gruppenraum trafen sich dann alle Schüler zum gemeinsamen Bauen mit den verschiedensten Legoteilen.

Am Abend kamen weitere aktive und ehemalige Lehrkräfte in Ungarn an, die mit dem Zug aus Prien nachgereist waren: der ehemalige Rektor Rainer Wicha mit Frau, Ursula Herzog, Veronika Elsässer, Veronika Lauber, Stephanie Marx, Christoph Kerscher und Wolfgang Hutzler.

Am Donnerstag wurde der ungarischen Hauptstadt Budapest ein Besuch abgestattet. Nach etwa zweieinhalbstündiger Fahrt erreichte man das Regierungsviertel an der Donau, wo die Gruppe bei traumhaftem Wetter mit viel Sonnenschein auf die Führung durch das Parlamentsgebäude wartete. Nach intensiven Kontrollen am Eingang ging es dann in zwei großen Gruppen durch das Gebäude, wo der große Sitzungssaal und der beeindruckende Kuppelsaal mit der Stephanskrone und den ungarischen Reichsinsignien besichtigt werden konnten. Ein beeindruckender Rundgang!


Während man anschließend auf den Bus wartete, ging ein Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder, sodass innerhalb kürzester Zeit alle bis auf die Haut durchnässt waren und das weitere geplante Programm – eine Stadtrundfahrt – umdisponiert werden musste: nach dem Mittagessen bei McDonalds ging es sofort nach Hause.


Am Abend trafen sich dann alle Lehrkräfte, um Gastgeschenke zum Jubliäum auszutauschen, außerdem wurde die Schulpartnerschaft noch einmalschriftlich besiegelt. Unter den Anwesenden waren neben den beiden aktiven auch die beiden ehemaligen Rektoren Mihaly Takacs und Rainer Wicha, die vor 20 Jahren auf Initiative von Priens 3. Bürgermeister Franz Eisenrichter gemeinsam diese Partnerschaft ins Leben gerufen hatten. Große Freude brachte daher die von Franz Eisenrichter jun. gestiftete Gedenktafel, die Rektor Reuter überreichte.


Schneller als erwartet stand dann auch schon der letzte Tag vor der Tür, an dem die Schüler zusammen mit ihren Gastfamilien etwas unternehmen konnten. Ein Großteil hatte sich zusammengetan und einen Besuch des mehrfach ausgezeichneten Zoos in Nyíregyháza geplant.

Am letzten Abend gab es dann ein großes Abschlussfest. Die ungarischen SchülerInnen und ihre LehrerInnen hatten dafür ein sehr abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm mit Reden und Musik zusammengestellt; neben typisch ungarischen Tänzen und Liedern hatte eine Volkstanzgruppe sogar eine „bayerische Polka“ einstudiert und führte diese begeisternd vor. Auch unsere Schüler bereicherten den Abend mit bayerischen Tänzen und Gesang. Den krönenden Abschluss bildete ein Feuerwerk für die deutschen Gäste. Mit Tanzen, Lachen und vielen Gesprächen ging eine ereignisreiche Woche zu Ende, in der die SchülerInnen beider Nationen viele Eindrücke und Freundschaften gewinnen konnten.

Dementsprechend tränenreich war am Samstag um acht Uhr morgens die Heimreise nach Prien, wo alle um 19.20 Uhr erschöpft aber erfüllt von den neuen Erfahrungen die Schule erreichten.