Schüler der FHM "wählen" den Bundestag 2017

 

Die Wahlberechtigten in Deutschland durften gestern über die Besetzung des Deutschen Bundestags abstimmen. Den Wahlkampf davor haben auch Kinder und Jugendliche mehr oder weniger intensiv gespürt: sie sahen viele Wahlplakate, Wahlwerbespots und Talkshows, hörten Begriffe wie Koalition, Fraktion, Erst- und Zweitstimme, oder Überhangsmandate.

Um sie nicht einfach damit alleine zu lassen, hatten die Lehrerinnen Ute Brodschelm und Veronika Lauber mit ihren Klassen 9aM (M für Mittlere-Reife-Zug) und 9g der Franziska-Hager-Mittelschule ein Wahlprojekt gestartet. Sie gestalteten über zwei Wochen hinweg anschauliche Informationsplakate zum deutschen Wahlsystem, zu den in Bayern antretenden Parteien mit ihren Wahlprogrammen sowie zu den im Wahlkreis 222 (Rosenheim) aufgestellten Direktkandidaten. Diese wurden auf großen Stellwänden in der Aula allen Mitgliedern der Schulfamilie zugänglich gemacht.

Viele Lehrer nutzten die Gelegenheit, das Thema intensiver mit ihren Klassen zu besprechen, und so sah man fast in jeder (auch unterrichtsfreien) Minute interessierte Schüler, die um die Stellwände herum standen und angeregt diskutierten und sich austauschten.

Das spiegelte sich dann auch am Freitag wider – dort hatten nämlich alle Schüler der Mittelschule selbst die Möglichkeit, im Wahllokal ihre zwei Kreuze auf dem Stimmzettel zu setzen. Die Wahlhelfer der beiden 9. Klassen achteten darauf, dass alle Wahlgrundsätze eingehalten wurden.

Und das Interesse war groß – die Wahlbeteiligung lag bei fast 90%. Die Auszählung der „Erststimmen“ ergab, dass Daniela Ludwig (CSU) als Direktkandidatin weiter in Berlin sitzen würde.

Bei den Zweitstimmen kam ein Ergebnis heraus, das wesentlich anders aussieht als bei den erwachsenen Wählern.

Vorn landete die CSU mit rund 27 Prozent, dahinter folgten die Grünen mit 19 und die SPD mit gut zwölf Prozent. Hätten die Priener Mittelschüler das Sagen, würden vier weitere Parteien die Fünf-Prozent-Hürde knacken und in den Bundestag einziehen: die Linke mit 8,3, die Tierschutzpartei mit 7,7 sowie die Bayernpartei und die AfD mit jeweils 6,85 Prozent.

gle/db

Erschienen im OVB vom 25.9.2017