Fahrt der 9b und 9g in die KZ-Gedenkstätte Dachau

Am Freitag, 24.11.2017 fuhren die Klassen 9b und 9g mit ihren Lehrern Herr Hutzler und Frau Lauber los zur KZ-Gedenkstätte nach Dachau. Noch voll guter Laune (es war herrliches Wetter, die Sonne strahlte vom Himmel), wurde es uns beim Betreten des Geländes bereits etwas mulmig, wussten wir doch alle aus dem Unterricht, was in solchen Konzentrationslagern in der Zeit des Nationalsozialismus so alles vor sich ging...

...denn darüber in Büchern zu lesen, ist das Eine, aber wirklich dort zu sein und zu wissen, dass diese unfassbaren und unmenschlichen Dinge genau hier passiert sein sollten, das lässt keinen kalt.

So erfuhren wir in den Führungen von dem stundenlangen Stehen am Apellplatz, von den Strafen, die alle durchmachen mussten, wenn auch nur einer versucht hatte zu fliehen. Wir gingen durch die Baracke, die ansatzweise einen Eindruck verschaffen konnte, unter welchen Umständen die Häftlinge hier leben und arbeiten mussten.

Am meisten nahm uns mit, wie ausgeklügelt das System war, mit dem die Menschen, die nicht mehr "nützlich" oder "lebenswert" waren, getötet und geradezu "entsorgt" wurden wie Gegenstände. Diese Tötungsmaschinerie wie am Fließband lässt jedes Anzeichen von Würde oder Menschlichkeit missen. Selbst wenn man nicht genau weiß, ob die Gaskammer (zur Beruhigung der Menschen mit "Brausebad" überschrieben) in Dachau jemals in Betrieb war, der Rest des Gebäudes mit der Anlieferungshalle für die Leichen und schließlich dem Krematorium, reichte uns vollkommen aus, um zu verstehen, welche unfassbaren Dinge dort vor den Augen der Weltöffentlichkeit passiert sind.

Auch das sollte jedem von uns bewusst sein: es fing auch 1933 nicht mit Gaskammern an - es fing an damit, dass eine Gruppe von Menschen als "die Schuldigen" ausgemacht wurden, auf die sich der Hass der Unzufriedenen ablud und die man öffentlich diffamieren und ihnen ihre Rechte absprechen durfte. Es fing an mit Aufmärschen, Fahnenschwenken und damit, die eigene Nation ("Rasse") als etwas Besseres und anderen Überlegenes zu erhöhen.

Lernen wir aus solch einem Besuch also, dass es unsere Aufgabe ist, diese Gräuel nicht zu vergessen, Solidarität mit Schwächeren zu zeigen und gemeinsam für die Errungenschaften unserer Demokratie einzustehen!