Praxisklasse „magert ab“

Nein, die Praxisklasse Prien mit ihrem Lehrer Franz Wagner hat kein Gewichtsproblem! Abgemagert wurde aber trotzdem,

und zwar eine ca. 200m² große Fläche beim Aschauer Naturlehrpfad. Denn die höchste Artenvielfalt von Blühpflanzen findet man an Magerstandorten. Das sind nährstoffarme, kiesige, sandige Böden. Hier blühen Pflanzen, die in einer intensiven Landwirtschaft keinen Lebensraum mehr finden. Als Folge davon fehlen sie als Futterpflanzen für viele Insekten. Vor allem Wildbienen, zu denen auch die heimischen Hummelarten gehören, haben darunter zu leiden. So sind viele der mehr als 500 heimischen Wildbienenarten ernsthaft bedroht. Dieses Sterben der Solitärbienen verläuft jedoch - im Gegensatz zum Sterben der Honigbiene – tragischerweise im Stillen, ohne dass jemand davon Notiz nimmt.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollte die Praxisklasse einen optimalen Standort schaffen. Dafür mussten 40 Tonnen Humus abgetragen  und anschließend 50 Tonnen Kies  und 12m³ Kompost flächig verteilt werden. Dafür war viel Handarbeit mit Schaufel, Spaten, Rechen und Schubkarren notwendig. Außerdem wurde noch ein Hügel mit Beerenbepflanzung als natürliches An- und Abflughindernis für Bienen zum Bienenwagen angelegt, damit die Flugbahn über die Köpfe der Besucher des Naturparks verläuft. Schließlich wurden noch Blumen im Wert von über 200€ gepflanzt.


Die Schüler – alle im Alter zwischen dreizehn und sechzehn Jahren – haben bei diesem Projekt eine tolle Arbeit geleistet und konnten sowohl an Erfahrung als auch an Muskelmasse zulegen. Aber ohne Unterstützung wäre es nicht so gut gelaufen. Unser herzliches Vergelt´s Gott gilt den Schülergoßvätern bzw. -vätern Siegfried Angerer aus Bucha und Josef Greilhuber aus Gänsbach, die uns mit Traktoreneinsatz bei dieser Arbeit unterstützten, Herrn Noichl für die Spende der imposanten Felsen im Eingangsbereich des Naturlehrpfades, Blumen - Rother aus Prien für die beeindruckende Pflanzenspende, einer unbekannten Dame aus Aschau, die mit einer unerwarteten 20€-Spende und der damit verbundenen Aussicht auf Eis die Motivation der Jugendlichen schlagartig deutlich erhöhte, Herrn Schwaiger vom Bergbauernladen für eine spontane Brotzeitspende, Herrn Dr. Rettelbach und Herrn Herden vom Priener Gymnasium für „Rat und Tat“ und schließlich der Sparkassenstiftung, die mit einer großzügigen vierstelligen Spende die Durchführung dieses Projekts erst möglich machte.

Vielleicht packen wir im kommenden Schuljahr auf diesem Gelände wieder an. Es gibt ja noch einiges zu tun!


http://naturlehrpfad-aschau.de/