Schüleraustausch 2010

Schüleraustausch Gruppenbild

Der diesjährige Schüleraustausch der Franziska-Hager-Hauptschule Prien mit ihrer ungarischen Partnerschule „Kabay János Általános Iskola“ in Tiszavasvári fand vom 3. – 8. Mai 2010 statt. Nachdem im letzten Jahr die ungarischen Freunde in Prien zu Besuch waren, freuten sich die Schüler und Lehrer der Franziska-Hager-Hauptschule bereits auf den Gegenbesuch in Ungarn. An der Fahrt nahmen 24 Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 8 teil. Begleitet wurden sie von den Lehrkräften Frau Reitzenstein, Frau Elsässer, Herrn Wagner, Herrn Hutzler, Herrn Hübl sowie dem Schulleiter Herrn Reuter.

Nach elfstündiger Busfahrt über Wien und Budapest kam die Priener Reisegruppe am Montag, gegen 19.00 Uhr in Tiszavasvári an und wurde dort von den bereits wartenden Schülern, Eltern und Lehrern warmherzig in Empfang genommen. Nachdem sich die ersten bekannten Gesichter aus dem Schüleraustausch des Vorjahres herzlich begrüßt hatten und alle Schüler den Gasteltern zugewiesen waren, legte sich die anfängliche Aufregung schnell.
Während die Lehrerdelegation am nächsten Morgen offiziell im Rathaus vom 2. Bürgermeister des Ortes begrüßt und über die Probleme und Entwicklungspotentiale des Ortes näher informiert wurde, kamen sich die deutschen und ungarischen Schüler bei lustigen Kennenlernspielen in der Schule bereits näher. Nach Besichtigung der Schule und dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa brach man gegen Nachmittag Richtung Hortobagy auf. Dort angekommen stieg man auf Pferdekutschen um und erkundete die Puszta. Die Puszta um Hortobagy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grasheide Europas. Der 1973 gegründete erste ungarische Nationalpark ist das größte unter Naturschutz stehende Gebiet des Landes (82.000 Hektar), in dem viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind. Auf dem Ausflug in die Puszta begegneten man neben den mächtigen Graurindern, Wollschweinen (Mangaliza) und Zackelschafen auch den traditionellen Pferdehirten der Region, die die Lehrer und Schüler mit ihren Reitkünsten auf den galoppierenden Pferden faszinierten.

Noch müde von den schönen Eindrücken des letzten Tages brach man am Mittwoch bereits sehr früh in die ungarische Hauptstadt Budapest auf. Auf einer Stadtrundfahrt erkundete man zunächst den tiefer gelegenen Stadtteil Pest mit seinen Sehenswürdigkeiten. Im Anschluss fuhr man über die berühmte Kettenbrücke – die älteste der neun donauüberspannenden Brücken des Stadtgebietes – zum anderen Donauufer, in den hügeligeren Stadtteil Buda. Dort genoss man vom Burgberg aus den wunderschönen Blick auf die zu Füßen liegende Donau mit dem Stadtteil Pest. Zum Abschluss unseres Budapestaufenthaltes besichtigten wir das ungarische Parlament, bevor wir am frühen Nachmittag in Richtung Hollókő aufbrachen.
Hollókő, zu Deutsch Rabenstein, ist ein traditionelles Dorf in Nordungarn. Es bekam seinen Namen, da laut Legende die Raben in der Nacht alles davontrugen, was die Menschen tagsüber bauten. Das Dorf gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO und besticht durch den mittelalterlichen Ortskern, dessen Gesicht bis heute bewahrt werden konnte. Viele der Bauernhäuser sind auch heute noch bewohnt und enthalten kleine Läden, in denen ihre Bewohner traditionelle Handwerksprodukte anbieten. Schüler und Lehrer ließen sich folglich die Gelegenheit nicht entgehen, das ein oder andere Souvenir zu erstehen, bevor man gegen Abend die Rückfahrt nach Tiszavasvári antrat.

Während am Donnerstag für die Lehrerdelegation die Erkundung des Bezirks Szabolcs mit der Besichtigung zweier Kirchen und einer Mühle auf dem Programm stand, war für die Schüler der Familientag angesagt. Nachdem alle Schüler am Vormittag noch gemeinsam den Tierpark in Nyíregyháza besuchten, stand der Nachmittag den Gasteltern zur freien Gestaltung zur Verfügung. Viele nutzten dies zu einer Shoppingtour in Nyíregyháza, der Hauptstadt des Bezirks Szabolcs, andere besuchten das Höhlenbad in Miskolc.

Am Freitag, dem letzten Tag unseres Ungarnaufenthaltes, folgte der Besuch des Kraftwerks Tiszalök. Neben der Besichtigung der Kraftwerksanlage informierten einheimische Naturkundler über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entlang des Flusses Theiss. Die dabei gewonnen Erkenntnisse konnten die deutschen und ungarischen Schüler gemeinsam in einem anschließenden Quiz unter Beweis stellen. Der Höhepunkt des Ungarnbesuches war jedoch sicherlich der liebevoll gestaltete Abschlussabend, zu dessen Gelingen beide Seiten mit verschiedenen Einlagen betrugen. Nach den offiziellen Worten der beiden Schulleiter und des Bürgermeisters, erklangen die Töne des ungarischen Lehrerchores, bevor die Gäste aus Prien, begleitet durch die Schulband der Franziska-Hager-Hauptschule, mit einem bayerischen Lied und Tanz aufwarteten. Eine örtliche Volkstanzgruppe zeigte zum Abschluss des offiziellen Teils typisch ungarische Tänze und leitete einen Abend ein, indem Ungarn und Deutsche sowie Lehrer und Schüler gemeinsam bis spät in den Abend tanzten und feierten. Über sprachliche Verständigungsschwierigkeiten und kulturelle Unterschiede hinweg, gelang es in dieser Woche, neue Freundschaften zu knüpfen beziehungsweise bestehende Freundschaften zu vertiefen und damit die bestehende Partnerschaft weiter zu stärken.

Unser Dank gilt deshalb nochmals allen beteiligten Lehrkräften unserer Partnerschule Kabay János Általános Iskola, allen Gasteltern sowie den Förderern dieser Schulpartnerschaft, die uns durch ihre gastfreundliche und herzliche Art eine unvergesslich schöne Woche bereitet haben, die wir immer im Herzen behalten werden. (-> weitere Bilder vom Austausch findet ihr in der Galerie!)

Marcus Hübl