Frische regionale Gerichte im Schulbistro

 

Daumen hoch fürs neue Schulessen: Im Bistro der Franziska-Hager-Schule kochte der künftige Küchenchef Hans Blösl (hinten vor der Tafel) eine Woche lang zur Probe. Diesen Schülern schmeckte es offensichtlich. Foto Berger

 

Seit sechs Jahren bekommen die Ganztagsschüler an der Franziska-Hager-Schule fertig gegarte „Tiefkühlkomponenten“ zum Mittagessen. Damit ist bald Schluss. Im neuen Schuljahr wird Hans Blösl täglich frisch gekochte Gerichte aus regionalen Produkten servieren – inklusive Salat und Biofleisch. Beim Test kamen sie diese Woche gut an.

Blösl hat früher das Restaurant des Chiemsee Yachtclubs bewirtschaftet und dort zum Beispiel bei Jugendwochen auch schon oft und gern für Kinder gekocht.

Ab Beginn des nächsten Schuljahrs steht er im Franziska-Hager-Schulbistro am Herd. Blösl wird mit seinen beiden Helferinnen dort nicht nur viermal pro Woche Essen für hungrige Schülermäuler zubereiten, sondern übernimmt auch den Pausenverkauf, der unter anderem mit Müsli und Obstsalat ebenfalls gesünder gestaltet werden soll als bisher, aber bei gleichbleibendem Preisgefüge.

Bisher lief die Mittagsverpflegung unter dem Dach der Diakonie. Der Vertrag mit dem Diakonischen Werk läuft aber zum Schuljahresende aus. Die beiden bewährten Kräfte, die das Priener Schulbistro und seine Kundschaft schon gut kennen, bleibt erhalten und wird von der Gemeinde beziehungsweise vom Schulverband übernommen, der als Verbund aller Gemeinden aus dem Sprengel Sachaufwandsträger der Mittelschule ist. Manuela Wilhelm bedient die Schüler schon seit sechs Jahren, als das Mittagessen als Bestandteil der sogenannten gebundenen, also verpflichtenden Ganztagsschule eingeführt wurde. Inzwischen gibt es längst in jeder Jahrgangsstufe eine solche gebundene Ganztagsklasse, dazu offene Ganztagsklassen, in die Kinder tageweise je nach Betreuungsbedarf gehen, den die Eltern anmelden.

Aber nicht nur deren Mädchen und Buben der Mittelschule werden in den Räumen neben der Aula verpflegt. Auch Kinder und Jugendliche aus den Ganztagsgruppen der Realschulen und der Grundschule, die ja mit ihm Haus ist, essen dort. An Spitzentagen können es sogar über 200 Essen sein, die ausgegeben werden, berichtete Marcus Hübl im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Der stellvertretende Schulleiter kümmert sich federführend ums Bistro.

Gruppen kommen viertelstündlich

Um diese Größenordnung bewältigen zu können braucht es eine straffe Organisation. Der Zeitplan, in denen die verschiedenen Gruppen zum Essenfassen kommen, ist viertelstündlich getaktet.

Dieser Tage bekamen der künftige Koch und seine Helferinnen in einer Testwoche zusätzliche Kundschaft: Mitarbeiter der Gemeinde Prien und fast alle Bürgermeister aus dem Sprengel kamen zum Probeessen – und äußerten sich danach ausnahmslos lobend über das Menü.

Blösl, selbst Vater dreier schulpflichtiger Kinder, legt besonderen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Schulverpflegung. Gekocht wird deshalb frisch vor Ort mit Bioprodukten aus der Region.

Der Essenspreis betrug in der Testwoche 3,90 Euro pro Mahlzeit und Kind. Ab September wird er bei 4,20 Euro liegen. Dafür gibt es eine Vorspeise (frische Rohkost beziehungsweise Regionales aus saisonbedingtem Anbau), ein Hauptgericht (mindestens einmal wöchentlich Biofleisch und biologische tierische Produkte) mit Salat, Nachspeise und einem Getränk.

Es gibt Blösl zufolge täglich bei ihm ein frisches Salatbuffet sowie gegebenenfalls auch noch eine Suppe dazu.

Aus Chiemgau-Zeitung vom 13.05.2016