Schüler lernen Respekt - Bericht vom Mittelschultag

Man solle „niemanden wegen seiner Religion oder Hautfarbe beleidigen“ und „keinen Streit deshalb anfangen“, war eine der Haupterkenntnisse der Siebt- und Achtklässler aus einem Workshop über Respekt vor anderen Religionen.

 

Anlässlich des Mittelschultags, den die neue Schülermitverwaltung (SMV) auf die Beine gestellt hat, hatten die Schüler die Möglichkeit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Fünf Themen wurden dabei angeboten. Organisiert wurde das Ganze von der Schülermitverantwortung (SMV) mit Vertrauenslehrer Patrick Jacobi.

Jeder Workshop hatte etwas mit Respekt zu tun: Respekt im Sport, im Internet, vor Menschen mit Behinderung und vor anderen Religionen.

Letzteren, Respekt vor anderen Religionen, hielten zwei Schülersprecherinnen der zehnten Klasse. Louisa Heuken und Marleen Graf unterrichteten zuerst die fünften und sechsten Klassen, danach waren die siebten und achten dran.

„Die Kleinen aus der fünften und sechsten Klasse haben total viele Fragen gestellt und waren super interessiert“, berichtete Heuken. Auch erzählten die Schüler, dass in ihrer Klasse manchmal Beleidigungen gegen andere Kulturen und Religionen vorkämen. Somit sei das Thema bei den Schülern alltäglich vertreten, so die Leiterinnen.

Die zwei Schülersprecherinnen hatten eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet und immer wieder mit den Jugendlichen diskutiert.

Mit den größeren Schülern wurden Fragen besprochen und entsprechende Lösungen überlegt.

Heuken wies darauf hin, dass es auch wichtig sei, Betroffenen zu helfen und sie in Schutz zu nehmen. „Respekt vor Religion ist das Gleiche wie Respekt vor Menschen“, gab sie den Schülern zu diesem Thema mit.

Die Workshop-Leiterinnen hatten Aussagen einiger Religionen vorgestellt und so konnten sich manche Schüler auch mit anderen Religionen identifizieren. „Obwohl ich Christ bin, gefallen mir auch Aussagen des Islams“, sagte ein Mädchen.

In der „Feedback-Runde“ meldeten sich dann auch die Siebt- und Achtklässler mehr zu Wort. Heuken und Graf wünschten sich von den Jugendlichen, nochmal das Gelernte aus dem Workshop wiederzugeben. „Man soll keine Vorurteile haben“ und auch „niemand wegen seiner Religion auslachen oder beleidigen“. „Prügeln“ sei auch keine Lösung, stellte ein Bub fest.

Die meisten Priener Mittelschüler fanden den Workshop „richtig gut“, einem Schüler wäre es sogar am liebsten, wenn es „statt Schule nur noch Workshops“ gäbe. Auch das Erstellen der Plakate mit den verschiedenen Religionen habe ihm viel Spaß gemacht. Ein Mädchen war überrascht darüber, dass viele Religionen sich „irgendwie ähnlich“ seien. Das war auch ein Statement der Schülersprecherinnen: Im Grunde haben alle Religionen eine ähnliche Kernaussage. db

 

aus: „Chiemgau-Zeitung vom 8. April 2017“